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07.12.15 Die neue Musical-Attraktion im Stage Theater Neue Flora lässt nichts zu wünschen übrig

1001 Nacht, ein bisschen Las Vegas, viel Romantik und ein Tick Neuzeit: „Aladdin“ hat die DNA eines erfolgreichen Broadway Musicals. Und das Theater Neue Flora in Hamburg ab sofort ein weiteres Besuchsargument.

Natürlich gibt es am Ende ein Happy End. Eins von denen, für die Musicals gemacht sind: schmachtende Blicke, glitzernde Kostüme und ein entzücktes Publikum. Normalerweise wäre hier Schluss. Kurze Verbeugung und das war‘s. Nicht so bei Stage Entertainment: Da steigen Aladdin und Jasmin jetzt noch auf den fliegenden Teppich und entschweben Richtung Milchstraße. Absolut fantastisch, wie es die Musicalschmiede immer wieder schafft, das Tüpfelchen auf dem i zu setzen.


Grellbunte Orientparty



Aber beginnen wir dort, wo die berühmte Geschichte um Aladdin ihren Anfang nimmt – im Persien des dritten Jahrhunderts. Es war einmal ein Flaschengeist, der an diesem Abend in glitzerblauen Pluderhosen die Show eröffnet. „Arabische Nächte“ singen die Darsteller auf einer grellbunten Orientparty mit viel Bauchnabel und wirbelnden Derwischen. Ein wahr gewordener Disneytraum live und in Farbe für alle die, deren inneres Kind noch lebendig ist. Die Situationen der Hauptdarsteller werden vor einem minimalistischen und sehr stark an das Zeichentrick-Original angelehnten Bühnenbild schnell erklärt: Aladdin verdient sich seinen Vagabunden-Lebensunterhalt mit dem Klau von Geldbörsen, die schöne unverheiratete Prinzessin Jasmin fühlt sich wie ein eingesperrter Vogel im Käfig und der böse Spazierstockträger Dschafar träumt von einer Karriere als Sultan.

Um dies zu erreichen, konsultiert er sogar ein Zauberbuch, das ihm und seinem devoten, aber vorlauten Helfer Jago mit gruseliger Stimme von einer Wunderlampe erzählt. Dazu müsse er nur in die Höhle der Wunder – allerdings dürfe er nicht selbst hinein, sondern brauche dazu den ungeschliffenen Diamanten Aladdin. Gesagt, getan: Aladdin steigt mutig in die Höhle, findet die Lampe und auch noch eine schöne Kette, die er nur berührt, aber damit bewirkt, dass sich die Höhle für immer verschließt.


Ein Highlight jagt das nächste



Allein das Bühnenbild der Höhle ist Standing Ovations wert: so viel Opulenz nur mit ein bisschen Pappmaché. Geschickt ausgeleuchtet und mehrdimensional ausstaffiert, ist der Blick in die Höhle das absolute Highlight der Show. Denkt man jedenfalls – bis Aladdin dann an der Wunderlampe reibt. Sofort schraubt sich Flaschengeist Dschinni mit einer Nebelwolke aus dem Bühnenboden. Ein großartiger Effekt. Aber dies soll nur der Auftakt sein für die furiose und dynamische Show, mit der Dschinni gleich loslegt. Aladdin steht mächtig auf dem Schlauch und will nicht so recht verstehen, was da gerade passiert. Dschinni erklärt es ihm, indem er alle Showregister zieht. In einem Stück das alle zehn Sekunden noch brillanter, aufwendiger und größer wird, erklärt er, dass Aladdin jetzt drei Wünsche frei habe. Dabei steppt das Ensemble zum Ende der Nummer vor einer riesigen Showtreppe zu Swingmelodien. Welcome to Las Vegas. Gekonnt trickst Aladdin Dschinni aus und lässt sich aus der Höhle befreien um dann einen echten Wunsch zu äußern: „Kannst du einen Prinzen aus mir machen?“, bevor der Vorhang des ersten Aktes fällt. Puh, das war wirklich große Unterhaltung. Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass das Orchester unter der Leitung von Klaus Wilhelm einen fabelhaften Job macht – jedes Genre wird gekonnt bedient, jeder Akzent passgenau gesetzt.


Aller guten Wünsche sind...



Der zweite Akt beginnt mit dem frisch ernannten Prinz Ali (the artist formaly know as Aladdin). Und endlich geht es auch in Sachen Herzeroberung voran. Zwar gestaltet sich das Rumkriegen von Prinzessin Jasmin immer noch als schwierig, aber alles ändert sich, als Aladdin sich in ihre Privatgemächer schleicht und sie zu einem Trip auf seinem fliegenden Teppich mitnimmt. Welche Frau kann da noch nein sagen? Dazu ein schönes Duett vor einem kunstvoll inszenierten Vollmond und endlich hat es bei Jasmin gefunkt. Sie rennt los, um ihren Vater zu informieren. Derweil nimmt Großwesir Dschafar Aladdin fest. Einbruch in die Räume der Prinzessin – nach persischem Recht offenbar mehr als verboten. Aladdin kann sich jedoch mit einem zweiten Wunsch an Dschinni befreien und bekommt gleich noch den Segen vom Sultan zur Hochzeit mit der Prinzessin. Natürlich läuft dann doch nicht alles glatt: Großwesir und Schlangenliebhaber Dschafar stiehlt die Öllampe und wünscht sich den Thron. Die neue weißglitzernde Sultansrobe passt so gar nicht zu seinem schmierigen Lächeln. Ein letzter Wunsch bleibt Aladdin noch. Wird er ihn weise wählen?

„Aladdin“ ist eine Ode an das Genre Musical: Viele klassische Elemente, die schon seit Jahrzehnten funktionieren, passen sich harmonisch in teilweise aufwändige Bühnenbilder und tolle Effekte ein. „Aladdin“ ist perfektes Entertainment für die ganze Familie und vermag Herzen zu öffnen. Mit mehr als 600 Kostümen, über 80 Spezialeffekten und 38 Darstellern gehört das Musical zu den Besten der Stadt. Unbedingte Hingeh-Empfehlung!

jr / eventim / news

(Bild: Stage Entertainment)

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