Haftbefehl gehört zu den prägendsten Figuren des deutschen Rap. Der Offenbacher verkaufte hunderttausende Tonträger, seine Alben wie „Russisch Roulette“ oder „Das weiße Album“ gelten längst als moderne Klassiker des Straßenrap. Bei Fans wie Kritiker*innen steht Hafti seit über einer Dekade an der Spitze des Genres – als authentische Stimme der Straße, als Trendsetter mit unnachahmlichem Slang und als einer, der Rap in Deutschland nachhaltig geprägt hat. Spätestens mit seinem Durchbruch um 2010 wurde klar: Dieser Mann ist nicht nur Rapper, sondern ein popkulturelles Phänomen, das bis in Mainstream und Feuilleton strahlt.
Die 1985 in Offenbach geborene Ikone entwickelte früh einen Stil, der heute als Blaupause für harten, atmosphärischen Straßenrap gilt. Songs wie „Chabos wissen wer der Babo ist“, „Ich rolle mit meim Besten“ oder „069“ haben Generationen von Rap-Fans abgeholt und den Sound einer ganzen Ära definiert. Sein unverwechselbarer Jargon wurde zum Markenzeichen. Haftbefehls Mischung aus düsteren Beats, erzählerischer Härte und überraschender Emotionalität macht ihn seit Jahren zum Wegweiser des deutschsprachigen Hip-Hops.
2010 erschien mit „Azzlack Stereotyp“ seine erste offiziell veröffentlichte Platte. Die von ihm gegründete Azzlackz-Gang wurde schnell zu einem der einflussreichsten Rap-Kollektive Deutschlands. In den folgenden Jahren lieferte Haftbefehl Album um Album – jedes mit seiner ganz eigenen Atmosphäre, immer zwischen Straßenrealismus, Abgrund und künstlerischem Größenwahn. Sein überraschend poetischer Umgang mit Sprache, die Fähigkeit, sozialkritische Momente in brachiale Banger zu verwandeln, und sein einzigartiger Flow verschafften ihm über die Jahre eine stetig wachsende Fanbase.
In den 2010er- und 2020er-Jahren sorgte Haftbefehl immer wieder für wahre Hypes. „Russisch Roulette“ zählt zu den meistgefeierten Rap-Alben Deutschlands, „Unzensiert“ und „Das weiße Album“ standen hoch in den Charts, und seine Releases tauchen regelmäßig in Jahresbestenlisten auf. Kollaborationen mit Rapgrößen wie Xatar, Shirin David, Marteria oder Ufo361 zeigten, dass Haftbefehl nicht nur Veteran, sondern weiterhin Innovator bleibt. Wenn er ein neues Projekt ankündigt, ist die Szene sofort in Alarmbereitschaft – 2025 kehrt er mit einer vielbeachteten Netflix-Dokumentation zurück. „Babo – Die Haftbefehl-Story“ richtet ein Schlaglicht auf die Schattenseiten seines Rapstar-Lebens.