Gerade noch bei McDonald’s an der Kasse und keine zwei Jahre später mehrere hunderttausend Streams pro Tag bei Spotify: So lässt sich der Werdegang von Carlie Hanson in Kurzform zusammenfassen. Ob die Singer-Songwriterin bereits von einer Musikkarriere träumte, als sie den Leuten noch Burger und Fritten verkaufte? Dahingehende Ambitionen waren offensichtlich vorhanden, denn 2016 nimmt sie an einem Wettbewerb des Senders iHeartRadio teil – und wird prompt entdeckt. Als dann noch Taylor Swift den Song „Only One“ in eine von ihr zusammengestellte Apple-Music-Playlist aufnimmt, ist Carlie Hanson plötzlich in aller Munde.
Seitdem liefert sie beständig eine astreine Alt-Pop-Nummer nach der nächsten ab. Ob ältere Singles wie „Back in My Arms“ und „WYA“ von der ersten EP „Junk“, „Daze Inn“ vom Nachfolger „DestroyDestroyDestroyDestroy“ oder aber „Gucci Knife“ (featuring MASN), „Off My Neck“, „Snot“ (featuring Deb Never) und „Fuck Your Labels“ vom 2022er-Debütalbum „Tough Boy“ – die Liste an Carlie-Hanson-Hits reicht inzwischen ganz locker für abendfüllende Headliner-Shows. Ihre ersten Deutschland- und Europa-Konzerte absolvierte die US-Amerikanerin 2019 als Support von Yungblud. Damals wie heute lädt die Newcomerin das Publikum mit ihren energiegeladenen Live-Auftritten zum Feiern, Abtanzen und Mitsingen ein.
Carlie Hanson ist weit mehr als „Good enough“
Die Popsongs der im Jahr 2000 in Wisconsin geborenen Musikerin sind gleichzeitig wunderbar catchy und voller Ecken und Kanten, die sie interessant machen und dafür sorgen, dass man ihrer auch nach zigfachem Hören nicht überdrüssig wird. Das liegt nicht zuletzt an den Lyrics, in denen Carlie Hanson den Hörer ehrlich und direkt wissen lässt, was sie denkt und fühlt. Die frühe Single „Us“ ist ebenso ein Beispiel dafür wie „Fuck Your Labels“ vom „Tough Boy“-Album. Dass sie dabei kein Blatt vor den Mund nimmt, trägt sicher dazu bei, dass ihre Musik so gut ankommt wie es der Fall ist. Das gesamte Paket aus Sound, Texten und Auftreten wirkt mühelos cool und authentisch.
Carlie Hanson braucht Vergleiche zu den erfolgreichsten Vertreterinnen ihres Genres – etwa Altersgenossin Billie Eilish – nicht zu scheuen. Ausreichend Talent, um eines Tages so richtig groß rauszukommen, besitzt sie eindeutig. Freunde eigenständiger Popmusik sollten die „Only One“-Sängerin daher unbedingt im Auge behalten.