Es ist ein ganz spezieller Vibe, der der Musik von Don Toliver anhaftet. Auf seinem zweiten Album „Life of a Don“ findet sich ein Track mit dem Titel „OUTERSPACE“ – und der fasst Don Tolivers spacige Mischung aus Trap, Hip-Hop und R’n’B ziemlich gut zusammen. Spätestens seit er 2019 mit seiner Single „No Idea“ international chartete, gilt der Rapper, Sänger und Songwriter als einer der heißesten Vertreter der Rap-Szene Houstons.
In Houston, Texas nämlich erblickt Don Toliver 1994 als Caleb Zackery Toliver das Licht der Welt. Musikalisch tritt er erstmals 2017 im Doppelpack mit seinem Buddy Yungjosh93 und dem gemeinsamen Mixtape „Playa Familia“ in Erscheinung. Die Reichweite beschränkt sich allerdings auf die lokale Szene. Etwas anders sieht es da schon mit den ersten Solo-Singles „I Gotta“, „Diva“ und „Make Sumn“ aus. Die wecken glatt das Interesse von Travis Scott. Der kommt ebenfalls aus Houston, wird aber längst im ganzen Land verehrt und hat mit „Birds in the Trap Sing McKnight“ schon ein Nummer-Eins-Album im Gepäck. Zu seiner Single „Can’t Say“ vom Album „Astroworld“, das wie sein Vorgänger die US-Charts anführen soll, lädt Travis Scott Don Toliver für ein Feature ein – und verpasst der Musikerkarriere des Newcomers, der gerade sein erstes eigenes Mixtape „Donny Womack“ fertiggestellt hat, einen Kickstart.
Album Nr. 1: „Heaven or Hell“ – ein internationaler Erfolg
Als die Single „No Idea“ 2019 erscheint, nimmt ebendiese Karriere mächtig Fahrt auf. Der Track ist ein Vorbote des Debütalbums „Heaven or Hell“, das auch hierzulande großen Anklang findet. Der charakteristische Houston-Sound, den Don Toliver auf Tracks wie „After Party“, „Had Enough“ oder „Cardigan“ zu seinem Markenzeichen macht, beschert ihm eine stetig wachsende Fangemeinde – und einige begehrenswerte Feature-Gelegenheiten. So ist Toliver auf „No Regrets“ von Eminem ebenso zu hören wie auf „Lemonade“ von Internet Money (zusammen mit Gunna und Nav). 2019 war er außerdem mit „What to Do?“ auf Travis Scotts „JackBoys“-Kompilation vertreten.
2021 ist es an der Zeit für ein Nachfolgealbum. Dieses trägt den Titel „Life of a Don“ und bietet der Hörerschaft genau das, was sie sich von einem neuen Don-Toliver-Album verspricht: unwiderstehliche Hooks und Flows, beinahe psychedelisch anmutende Klangatmosphären und natürlich Features von Mentor Travis Scott, der sich auf „Flocky Flocky“ und „You“ die Ehre gibt. Weitere Gastbeiträge stammen von Kali Uchis („Drugs N Hella Melodies“), Baby Keem („OUTERSPACE“) und HVN & SoFaygo („Smoke“).
Mit „Life of a Don“ tritt Don Toliver endgültig aus Scotts Schatten, nicht zuletzt, weil er seiner Musik immer wieder neue Facetten hinzufügt. Mal überwiegt der Trap-Anteil, mal der R’n’B, und mitunter geht es regelrecht poppig zu. Bei aller Vielseitigkeit bewahrt sich der singende Rapper seinen Trademark-Sound. Und genau das wissen die Fans zu schätzen. Denn was immer Don Toliver als Nächstes veröffentlicht: Es wird mit Sicherheit unverwechselbar nach ihm klingen.