Eigentlich hatte sich Abdala Elamin, wie Elmiene mit bürgerlichem Namen heißt, nach dem Studium auf ein ruhiges Leben mit einem Job in Oxford gefreut. Stattdessen wird der britisch-sudanesische Soul-Sänger inzwischen als einer der heißesten Musikimporte des UK gehandelt. Es wäre aber auch eine wahrhaftige Schande, hätte die Welt nie von seinem Talent erfahren. Mit seiner ersten Single „Golden“ setzt Elmiene 2021 gleich ein Statement, das klarmacht: Hinter Vorbildern wie D’Angelo, braucht sich der Newcomer nicht verstecken. Songs wie „Someday“ oder „Mad At Fire“ von der „Marking My Time“-EP unterstreichen dies in den folgenden Jahren. Längst sorgt Elmiene mit seinen mit sanfter Stimme vorgetragenen poetischen Soul- und R&B-Nummern nicht nur in seinem Heimatland, sondern ebenso in den Staaten und in Deutschland für offene Münder und Gänsehaut-Feeling.
Aufgewachsen ist Elmiene zwar in Oxford, doch seine Geburtsstadt ist Frankfurt. Erst als er etwa fünf Jahre alt ist, verschlägt es die Familie nach England. Dort wächst er mit der Musik von Legenden der Sorte Stevie Wonder, Donnie Hathaway und Prince auf, die seinen Musikgeschmack sowie seinen Gesang nachhaltig prägen. Bereits in der Schule bleibt nicht lange unentdeckt, welch ungeheures Potenzial in dem Jungen mit dem Afro schlummert: Nachdem er im Musikunterricht Michael Jacksons „Man in the Mirror“ anstimmt, teilt sein Lehrer ein Video davon im Netz, woraufhin ihn Mitschüler auf dem Schulhof nachdrücklich auffordern, für sie zu singen. Weder dann noch später verfolgt Elmiene jedoch diesbezügliche professionelle Absichten. Statt Songs schreibt er Gedichte und studiert Kreatives Schreiben in Bournemouth. Nach dem Studium will er als Sicherheitsbeamter in Oxford arbeiten. Doch es kommt anders.
Senkrechtstart mit „Golden“
Eine Mitbewohnerin nimmt ein Video von Elmiene auf, wie er im Garten stehend „Untitled (How Does It Feel?)“ von D’Angelo singt. Sie lädt es hoch – und boom, der Clip geht viral. Wer sich diesen heute ansieht, versteht, warum. Zu den Reaktionen zählen ein Retweet von Missy Elliott und Nachrichten diverser Labels. Ehe er sich versieht, arbeitet Elmiene gemeinsam mit einem Produzenten im Studio an seiner ersten Single „Golden“. Diese feiert in einer Fashion-Show Premiere, wird daraufhin von allen Seiten begeistert aufgenommen und beschert dem Debütanten somit einen ersten Durchbruch. Nach dem Senkrechtstart nimmt sich Elmiene zunächst Zeit, an seinen Songwriting-Skills und seinem persönlichen Sound zu arbeiten und sich insgesamt als Künstler weiterzuentwickeln – immerhin handelt es sich hier nicht um jemanden, der eine Musikkarriere seit Langem forciert hatte. Unterstützung erhält er dabei von Profis wie Jamie Woon und James Vincent McMorrow. In die Liste der Kollaborateure reihten sich seitdem auch Stormzy und Sampha ein.
2023 erscheint die Debüt-EP „El-Mean“ mit den vorab veröffentlichten Singles „Why (Spare Me Tears)“ und „Endless No Mores“. Diesmal legt Elmiene noch im selben Jahr nach und droppt die Tracks „Mad At Fire“, „Mama“, „Marking My Time“ und „Someday“, die kurz darauf auf EP Nr. 2, „Marking My Time“, zu finden sind. Das Jahr 2023 beschließt der aufsteigende Soul-Star mit dem Jeff-Buckley-Cover „Lover, You Should’ve Come Over“, bevor er sein Können im Jahr darauf „Live at RAK Studios“ abermals beweist. 2024 landet er auf der „Sound Of 2024“-Liste von BBC Radio – nur einer von vielen Erfolgen und Ereignissen, die jenes Jahr sowie sicher noch zahlreiche zukünftige für Elmiene bereithalten.