Eine junge Psychologin fühlt sich durch die gesellschaftlichen Verhältnisse in ihrer Freiheit eingeschränkt und fragt sich immer wieder, was normal ist und warum ihr das Normale oft so befremdlich vorkommt. Ist es ein Nachhall auf die Nazizeit? Oder ein Abbild der DDR mit ihren Normen und Zwängen, der gefühlten Enge?
Auf der Suche nach Orientierung blickt sie mit fremden Augen auf ihr eigenes Leben bei der Begegnung mit Magda, die während des Krieges Kinder aus dem jüdischen Ghetto geschleust hat und viele Jahre später mit autistischen Kindern arbeitet; bei ihrer Arbeit im Krankenhaus Herzberge, als sie in der Psychiatrie unvermutet auf einen alten Schulfreund trifft; oder in einer Beratungsstelle, wo sie gemeinsam mit Familien den persönlichen Spielraum für Veränderung erkundet.
Immer wieder zeigt sich, wie sehr das Politische das Private durchdringt: Persönliche Biografie wird zum Brennglas kollektiver Geschichte."Es ist imponierend, wie die Protagonistin, eine junge Psychologin, sich aus der Enge der DDR herausgearbeitet hat und nicht allein im Westen nach neuen Antworten sucht, sondern sich auch auf die Reise in den Osten begibt, um ihr eigenes Leben zu hinterfragen." Jens ReichDie Autorin Helga Kurzchalia ist Psychotherapeutin und Autorin.
Mit dem Roman "Haus des Kindes" und der Neuerscheinung "Weltzeituhr" hat sie eine literarische Spurensuche im Herzen Ost-Berlins geschaffen, die dokumentarische Genauigkeit mit erzählerischer Originalitat verbindet.