Von Jamaika aus erobert Koffee die Welt – und fügt im Zuge dessen dem Reggae einige neue Facetten hinzu. Die Tatsache, dass eine junge Frau derart frischen Wind in das Genre bringt, sorgt dabei von Anfang an für Aufsehen. Vor allem aber hinterlässt Koffee mit ihrem besonderen Talent bleibende Eindrücke. Musikkritiker zeigen sich ebenso begeistert von der Jamaikanerin wie die rasch wachsende Fangemeinde. Ihre erste EP „Rapture“ – bestehend aus den fünf Tracks „Rapture“, „Toast“, „Blazin“ (featuring Jane Macgizmo), „Throne“ und „Raggamuffin“ – bringt ihr 2019 sogar einen Grammy ein, und zwar als bislang jüngste und einzige weibliche Gewinnerin in der Reggae-Kategorie. Dass sie bei derart überragendem Erfolg in so jungem Alter dennoch absolut bescheiden und bodenständig bleibt, ist neben dem Debütalbum „Gifted“, das seit 2022 zu hören ist, ein weiterer guter Grund, die steil aufsteigende Newcomerin zu supporten.
Mikayla Simpson, so Koffees richtiger Name, kommt kurz nach der Jahrtausendwende zur Welt und wächst im jamaikanischen Spanish Town auf. Als Kind singt sie im Kirchenchor und bringt sich selbst Gitarre spielen bei. Als 16-Jährige geht sie als Siegerin aus einem Talentwettbewerb ihrer High School hervor. 2017 postet sie „Legend“ auf Instagram – ein Song über Usain Bolt. Das Video geht viral, nachdem der Star-Sprinter es höchstpersönlich auf seinem eigenen Account repostet. Es dauert nicht lange, bis Koffee mit „Burning“ ihre Debütsingle präsentiert. Der Reggae-Himmel hat einen neuen Stern, der seit dem Erscheinen von „Rapture“ und dessen Grammy-Prämierung immer heller leuchtet.
Koffee ist „Gifted“
2019 tritt Koffee als Headliner beim Summerjam-Festival auf, das jedem Liebhaber dieser Musikrichtung ein Begriff sein dürfte. 2020 veröffentlicht sie die Singles „Lockdown“ und „Pressure“ und ist außerdem als Feature-Artist auf „Repeat“ von J Hus sowie auf „Don’t Walk Away“ von John Legend zu hören. 2022 hat das Warten auf ein Full-length-Album ein Ende. „Gifted“ hält, was die Vorabsingle „West Indies“ versprochen hatte und verbindet traditionellen Reggae mit aktuelleren Einflüssen. So enthält der Opener „x10“ etwa ein Sample von Bob Marleys „Redemption Song“, während Tracks wie „Pull Up“ oder „Lock Down“ die Brücke zu modernen Sounds schlagen. Reggae, Dancehall, Trap – Koffee vereint mit ihrer Musik, die sie selbst in Anlehnung an Deejaying als „Singjaying“ beschreibt, nicht nur Stilrichtungen, sondern auch Generationen.
Der Albumtitel „Gifted“ könnte nicht treffender gewählt sein. Koffee singt, rappt, spielt Gitarre und schreibt ihre eigenen Songs. Dass sie über herausragendes Talent verfügt, hat sie spätestens 2018 mit der Hitsingle „Toast“ zweifelsfrei bewiesen – und beweist es seitdem immer wieder. Mit ihrer Fähigkeit, frische Ideen umzusetzen und sich gleichzeitig auf die Wurzeln des Genres zu berufen, macht Koffee langjährige Reggae-Fans ebenso glücklich wie ihre Altersgenossen.