Möchte man die Musik von Maïa mit nur einem Attribut möglichst treffend charakterisieren, wäre „Melancholie“ sicher eine gute Wahl. Maïa versorgt ihre wachsende Hörerschaft seit 2022 mit Indie-Deutschpop für die ruhigen und nachdenklichen Stunden im Leben. Ihre Debüt-EP „tatendrang und todmüde“ ist eine Sammlung gefühlsbetonter Lieder mit Titeln wie „tristesse“ oder „nie mehr zurück“. Intensive poetische Lyrics, reduzierte Klangwelten, wunderschöne Klaviermelodien und Maïas sanfte Stimme sind die Zutaten für die Gänsehaut erzeugenden Songs der aufstrebenden Newcomerin.
„tristesse“ ist 2022 die erste eigene Single, die Maïa herausbringt. Bereits im Jahr davor machte sie auf TikTok mit Coverversionen von Songs verschiedener Deutschpop-Künstler*innen, darunter Paula Hartmann, Schmyt, Cro, Phillip Poisel und AnnenMayKantereit, auf sich aufmerksam. Der Internetgemeinde ist Maïa also nicht gänzlich unbekannt, als sie schließlich ihre eigenen Kompositionen präsentiert. Ihre Originals knüpfen stilistisch an die zuvor veröffentlichten Cover an: es geht ruhig und gefühlvoll zu – perfekte Musik, um sie allein zu genießen und dabei in seinen persönlichen Gedanken und Emotionen zu versinken. Soviel steht fest: Es ist kein leichtfüßiger Gute-Laune-Pop, den Maïa uns serviert. Aber es ist andererseits auch keine Musik, die traurig macht oder runterzieht. Vielmehr haben Songs wie „nie mehr zurück“, „mach kaputt“ oder „niemand dabei“ eine befreiende Wirkung.
Debüt-EP „tatendrang und todmüde“
Auf „tristesse“ folgt 2023 „nie mehr zurück“, bevor sich beide Lieder auf der EP „tatendrang und todmüde“ wiederfinden. „asche und staub“, „niemand dabei“ und „filmriss“ komplettieren das Minialbum. Überhaupt nicht todmüde, sondern viel eher voller Tatendrang wirkt Maïa im gesamten Jahr 2023, in dem nicht nur besagte EP erscheint, sondern auch weitere Singles, etwa „konsumier mich“, „mach kaputt“ und „stadt der geister“. Außerdem ist sie auf der Akustik-Session-Version von LUVRE47s „HINTERM BLOCK“ zu hören.
Maïas Texte sind so poetisch wie die Songtitel erahnen lassen. Inspiriert wird sie beim Songwriting von Gedichten und klassischer Literatur. Schon als Kind ein kleiner Bücherwurm, entdeckte die Duisburgerin während der Schulzeit Werke von Autoren wie Herman Hesse oder Ferdinand von Schirach für sich. So hat sie selbst zunächst Gedichte verfasst, bevor irgendwann die ersten Songtexte entstanden. Dass sie sich dabei ausschließlich der deutschen Sprache bedient, zeugt von ihrer Liebe zur heimischen Literatur.
Für die Entwicklung ihrer Melodien greift Maïa gerne zur Akustikgitarre oder setzt sich ans Klavier. Klaviermelodien sind gleichzeitig ein prägendes Element ihrer überaus stimmungsvollen Songs. Die Grundstimmung bleibt dabei meist dieselbe: Maïa fängt die Schönheit der Melancholie ein und verpackt sie in Musik. Mit in düsteren Farben gehaltenen Musikvideos und auch mit der bewussten Kleinschreibung ihrer Songtitel verleiht sie dieser dann einen passenden Rahmen. Ob wir von Maïa jemals eine unbeschwerte Uptempo-Nummer zu hören bekommen? Vermutlich nicht – und das ist auch gut so!