Stefan Dettl (* 5. April 1981 in Traunstein) ist ein deutscher Musiker aus dem oberbayerischen Truchtlaching im Chiemgau. Internationale Bekanntheit erlangte er ab 2008 als Frontmann der Gruppe LaBrassBanda. Zuvor war er bereits Mitglied in einigen Auswahl- und Berufs-Sinfonieorchestern, seit 2010 betreibt er auch ein Bandprojekt unter eigenem Namen. Charakteristisch sind sein Gesang in bairischer Mundart sowie sein virtuoses Trompetespiel.
Leben und Ausbildung
Jugend
Stefan Dettl wuchs als Sohn von Marille und Josef Dettl in Grassau im Chiemgau auf. Mit elf Jahren erhielt er Trompetenunterricht, später lernte er auch Gitarre. Er begann mit ersten Kompositionen und erspielte sich Auszeichnungen bei Wettbewerben. Im Alter von 14 Jahren begann er in Jugendsinfonieorchestern und Bands zu spielen. Erste Tourneen führten ihn nach Dänemark und Italien. Mit 16 wurde Dettl ins Bayerische Landesjugendorchester berufen und bestritt mit diesem Konzertreisen durch ganz Europa. Dort lernte er Andreas Hofmeir kennen, der auch bei LaBrassBanda spielt. Seinen Wehrdienst leistete Dettl im Luftwaffenmusikkorps 1 in Neubiberg bei München.
Studium
Im Jahr 2000 begann er das Musikstudium am Richard-Strauss-Konservatorium München bei Wolfgang Guggenberger und später an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz bei Josef Eindenberger. Seinem Konzert-Diplom in klassischer Musik folgte ein zweijähriges Jazz-Trompeten-Studium bei Claus Reichstaller, während dessen er bereits mit Manuel da Coll und Manuel Winbeck, späteren Mitgliedern von LaBrassBanda, in einem Ensemble spielte.
In den weiteren Jahren belegte er Meisterkurse bei Reinhold Friedrich, Hans Gansch, Bobby Shew und Matthias Höfs und absolvierte ein Studium der Barockmusik.
Solo- und Orchestermusiker
Nach seiner Ausbildung ging Dettl für ein Orchesterpraktikum nach Nürnberg und spielte in verschiedenen klassischen Ensembles. Solokonzerte führten ihn auch nach New York, und er begann mit Kompositionen für größere Besetzungen.
Projekte
Nach dem Ende seines hauptberuflichen Wirkens als Orchestermusiker orientierte sich Dettl mehr zur Unterhaltungsmusik und spielt in verschiedenen Formationen.
LaBrassBanda
Aus einem Projekt von Dettl an der Trompete mit dem DJ-Kollektiv International Bohemia entwickelte sich im Lauf des Jahres 2007 die Band LaBrassBanda, die 2008 schnell internationale Bekanntheit erlangte. Eine Tour anlässlich der Fußball-Europameisterschaft 2008 nach Wien bereitete den Weg für weitere Engagements, unter anderem in verschiedenen Städten in Russland, London und auf den Festivals Chiemsee Reggae Summer, Hurricane, Southside und in Roskilde.
Stefan Dettl solo
In der Pause nach der großen LaBrassBanda-Tournee widmeten sich die Mitglieder der Weiterentwicklung ihrer eigenen Projekte. Stefan Dettl entwickelte Stücke in eher rockigem Stil und gründete dazu eine eigene Band, in der er nach wie vor in bairischer Mundart singt und hauptsächlich Gitarre spielt. Neben ihm musizieren Tobias Weber am Schlagzeug und Stefan Pfeiffer am Bass, die ebenfalls studierte Musiker sind. Das erste Album der Band, "Rockstar", wurde im eigenen Studio in Übersee eingespielt; die sämtlich von Dettl geschriebenen Songs orientieren sich an Nirvana, den Foo Fighters, The Sweet, The Police aber auch Quincy Jones und umfassen stilistisch neben der von LaBrassBanda bekannten "Partymusik" auch ruhigere Balladen und epischen Rock.
Ihren ersten Auftritt hatte diese Besetzung als Opener beim Chiemsee Rocks im August 2010, Ende des Jahres folgten Konzerte in Berlin, im Hamburger Golden Pudel Club und München. Auf dem von Sony Music veranstalteten Promo-Event "Laut in München" trat Dettl im November 2010 neben Größen wie Gossip, Joe Cocker und Joy Denalane auf.
Theater
Im Juli 2010 wurde im Münchner Lustspielhaus eine Inszenierung des Singspiels Im weißen Rößl uraufgeführt, für die Stefan Dettl und Hans Kröll die Musik neu arrangierten.
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