ZEITLOS!
Musik vermag, was der Zeit versagt bleibt: Vergangenes gegenwärtig werden zu lassen und dem Flüchtigen Dauer zu verleihen. Zwischen Erinnerung und Vision entfaltet sich dieser Abend mit dem Trio Adorno und dem Klarinettisten Roman Gerber als eine Reise durch unterschiedliche Vorstellungen von Zeit – als fließende Bewegung, als stiller Augenblick und als aufgehobene Wirklichkeit.
Programm: Arvo Pärt: Mozart Adagio Wolfgang A. Mozart: Klaviertrio in d-Moll KV 442Olivier Messiaen: Quatuor pour la fin du TempsArvo Pärts Mozart-Adagio verschreibt sich ganz dem versonnenen Lauschen. Aus dem Nachhall Mozarts entsteht eine Musik von großer Klarheit und asketischer Schönheit. Was vertraut scheint, erklingt in neuem Licht: als Echo, als Spur, als stille Verwandlung.
Mozarts Klaviertrio KV 442 führt mitten in jene Welt, in der musikalische Form zur Sprache wird. Die Stimmen begegnen einander mit Leichtigkeit und Eleganz, doch unter der scheinbaren Mühelosigkeit liegt jene tiefe Humanität, die Mozarts Musik bis heute unverwechselbar macht.
Mit Olivier Messiaens Quatuor pour la Fin du Temps öffnet sich schließlich ein Raum jenseits aller Chronologie. Entstanden in den Jahren 1940/41 während seiner Kriegs- Gefangenschaft bei Görlitz, antwortet dieses Werk nicht mit Verzweiflung, sondern mit Transzendenz.
Vogelgesänge, schwebende Harmonien und ekstatische Steigerungen lassen eine Zeit erahnen, die nicht mehr gemessen, sondern erlebt wird. Hier wird Musik selbst zum Ort der Hoffnung.