Marco Huck (* 11. November 1984 in Ugao, Gemeinde Sjenica, Jugoslawien, heute Serbien; eigentlich Muamer Hukić) ist ein deutscher Boxer bosniakischer Herkunft und amtierender WBO-Weltmeister im Cruisergewicht.
Leben
Marco Huck stammt aus einer bosnischen Familie und wuchs, bis er sieben Jahre alt war, im Sandschak Novi Pazar auf. Er zog mit seiner Familie 1993 aus Jugoslawien nach Deutschland und lebt jetzt in Bielefeld, wo er in einem sozialen Brennpunkt der Stadt aufwuchs. Er stammt aus ärmlichen Verhältnissen. Huck hat zwei jüngere Geschwister und eine ältere Schwester. Im August 2009 erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft.
Karriere
Kickboxen
Huck war vor seiner Boxkarriere Kickboxer, und trainierte bei Ulf Schmidt im Sportpalast Bielefeld. Im Alter von 16 Jahren wurde er dann Europameister im Kickboxen und mit 18 wurde er der jüngste Kickbox-Weltmeister einer deutschen Mannschaft aller Zeiten.
Boxen
Anschließend wechselte er zum Boxsport und begann beim BC Vorwärts Bielefeld zu trainieren. Er gewann jeden seiner 15 Amateurkämpfe. Im Jahr 2004 entschloss sich Huck, Profi zu werden, und besuchte das Training des Sauerland-Teams, wo er sich im Sparring gegen Cengiz Koç unter Beweis stellte. 2004 wurde er im Boxstall von Wilfried Sauerland unter Trainer Ulli Wegner Profi im Cruisergewicht. Sein Profidebüt feierte er am 7. November 2004 durch einen technischen K.o.-Sieg in der ersten Runde gegen Pavel Cirok. Rüdiger May und den US-amerikanischen, früheren Amateurweltmeister Michael Simms besiegte er nach Punkten.
Hucks Boxstil ist sehr offensiv und aggressiv, hieraus resultieren immer wieder Situationen, in denen er völlig offen für Gegenangriffe ist. Huck lässt sich oft leicht reizen und verfällt dann in überstürzte, unsaubere Aktionen. Als sportliches Vorbild nennt er Mike Tyson.
Am 16. Dezember 2006 boxte er gegen den italienischen Rechtsausleger Pietro Aurino um den vakanten EU-Titel. Der von Beginn an von beiden Seiten temperamentvoll und sehr unsauber geführte Kampf endete in der zweiten Runde kontrovers: Es kam zu einer Rangelei, die der Ringrichter vergeblich zu unterbinden versuchte. Nach zwei absichtlichen Kopfstößen Aurinos revanchierte sich Huck mit einem Knietritt, der den Italiener nicht voll traf. Nach Trennung der Boxer bekam Aurino vom Ringrichter zwei Punkte abgezogen und fühlte sich daraufhin benachteiligt, da Huck für seinen Knietritt nicht bestraft wurde. Aurino verließ verärgert kurzzeitig den Ring und disqualifizierte sich somit nach Regeln der EBU selber (später wurde der Kampf als TKO gewertet).
Am 20. Januar 2007 konnte Huck den Titel in Basel erfolgreich nach Punkten gegen den Belgier Ismail Abdoul verteidigen. Als nächstes traf er am 26. Mai 2007 in einem IBF-Ausscheidungskampf auf den unbesiegten Russen Wadim Tokarew und schlug ihn nach Punkten. Dadurch war er berechtigt, den aktuellen IBF-Weltmeister Steve Cunningham herauszufordern. Diesen Kampf verlor er aber am 29. Dezember 2007 in seiner Heimatstadt Bielefeld durch technischen KO in der zwölften Runde, nachdem sein Trainer das Handtuch warf. Huck war nur in den ersten zwei Runden der aktivere Mann, den Rest des Kampfes dominierte der Weltmeister. Damit musste Huck in seinem 20. Profikampf die erste Niederlage hinnehmen. Im Februar 2008 trennte sich Marco Huck schließlich von Ulli Wegner, um sich fortan von Manfred Wolke trainieren zu lassen.
Im April kehrte Huck allerdings wieder zu Wegner zurück, da es, wie er selbst sagt, „… nichts bringt, die Schuld für Misserfolge bei anderen zu suchen.“[1] Am 17. Mai 2008 kämpfte Huck in seinem 21. Kampf in der Oberfrankenhalle in Bayreuth gegen Frantisek Kasanic aus der Slowakei und gewann den Kampf in der neunten Runde durch TKO nach Abbruch durch den Ringrichter. In diesem Kampf arbeitete Huck wesentlich besonnener und konzentrierter als bisher. Huck boxte in diesem Kampf nach einer rechten Geraden seines Gegners ab der dritten Runde mit gebrochenem Kiefer.
Trotz dieser Verletzung stieg Huck bereits am 20. September 2008 wieder in den Ring und besiegte den amtierenden Europameister Jean-Marc Monrose in der zwölften Runde durch TKO (Kampfabbruch durch den Ringrichter). Am 25. Oktober 2008 traf er in Oldenburg auf Fabio Tuiach und gewann durch K.O. in Runde zwei. Für den 24. Januar 2009 war eine Titelverteidigung gegen den Russen Waleri Brudow in Riesa geplant, der aber vierzehn Tage vorher den Kampf absagen musste. Als Ersatz wurde dann der bis dahin unbesiegte Belgier Geoffrey Battelo verpflichtet, gegen den Huck durch K.O. Sekunden vor Ende der dritten Runde gewann. Am 9. Mai 2009 trat Marco Huck als EBU-Titelverteidiger in Bamberg gegen den bis dahin unbesiegten Ukrainer Witalij Rusal an. Er konnte seinen Gegner in der fünften Runde durch TKO besiegen.
Am 29. August 2009 gewann Huck in Halle gegen den Argentinier und amtierenden Weltmeister Victor Emilio Ramírez die WBO-Weltmeisterschaft nach Punkten.
Am 5. Dezember 2009 verteidigte er in Ludwigsburg das erste Mal erfolgreich seinen Titel gegen den Briten Ola Afolabi nach Punkten. Darauf folgte am 13. März 2010 in Berlin eine freiwillige Titelverteidigung gegen den US-Amerikaner Adam Richards. Huck siegte durch eine Schlagserie, nachdem Richards am Hinterkopf einen Cut erlitten hatte. Der Ringrichter brach den Kampf in der dritten Runde ab. Am 1. Mai 2010 verteidigte er seinen Titel gegen Brian Minto (USA) durch Aufgabe nach der 10. Runde erneut.
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