Street-Art ist seine Kunstform, Sprühflaschen und Schablonen sind seine Werkzeuge, Fassaden, Brücken, Türen und U-Bahnen seine Leinwände. Banksy ist ein Phantom, ein Mysterium – und gleichzeitig einer der berühmtesten Künstler der Gegenwart. Der Brite gehört zu den ganz wenigen Graffiti-Artists, die weltweite Bekanntheit erlangten. Wer die Gelegenheit hat, eines seiner Werke im Original betrachten zu können, darf sich glücklich schätzen. Da sich der eine Teil von Banksys Kunstwerken aber über den gesamten Globus verteilt und sich der andere größtenteils in Privatbesitz befindet, ist es unter normalen Umständen gar nicht möglich, mehrere seiner Bilder, Skulpturen und Installationen an einem Tag zu bestaunen. Das zu ändern, macht sich die Ausstellung „The Mystery Of Banksy – A Genius Mind” zur Aufgabe. Mehr als 100 bekannte Banksy-Arbeiten zeigt die Schau. Dass es sich bei den Ausstellungsobjekten um originalgetreue Reproduktionen handelt, liegt in der Natur der Sache. Dieser Umstand macht die Kunstwerke aber nicht minder sehenswert. Im Gegenteil: „The Mystery Of Banksy – A Genius Mind” bietet die einmalige Chance, eine große Anzahl ausgewählter Motive dieses einzigartigen Guerilla-Künstlers an einem Ort zu sehen.
Wer genau eigentlich hinter dem Pseudonym Banksy steht, darüber rätselt nicht nur die Kunstszene. Als sicher gilt, dass die Street-Art-Ikone aus dem englischen Bristol stammt. Vermutlich zwischen 1973 und 1975 geboren, verschreibt sich Banksy in den Neunzigerjahren der Graffiti-Kunst. 1997 konnte ihm mit „The Mild Mild West” in seiner Heimatstadt erstmals ein großes Wandbild zugeordnet werden. Das Bild zeigt einen Teddybär, der mit einem Molotowcocktail auf drei Polizisten zielt – eine Kritik am heftigen polizeilichen Einschreiten bei Rave-Events. Die Aktion ist ein gutes Beispiel für die Kunst des „Genius Mind”. Denn der Ausnahmekünstler gibt mit seinen Arbeiten immer auch ein politisch-gesellschaftliches Statement ab. Mithilfe seiner Bilder prangert er die Missstände unserer modernen Welt an: Konsum, Kommerz, Krieg, Armut und Ungerechtigkeit sind wiederkehrende Themen seiner Kunstwerke. Banksys Straßenkunst ist sarkastisch, ironisch und auf eine düstere Art humorvoll.
Mit Street-Art zum Superstar
Neben ihrer kritischen Botschaft zeichnen sich Banksys Stencils auch durch seinen unverwechselbaren Stil aus. Zudem weisen wiederkehrende Motive wie Ratten oder der rote Ballon einen Banksy eindeutig als solchen aus. Apropos Ballon: Das Bild „Girl With Balloon”, zerstörte sich bei einer Auktion selbst. Mit der spektakulären Aktion übte der Künstler Kritik am Kunstbetrieb. Banksys Werke erzielen exorbitante Summen auf dem Kunstmarkt: Sein Gemälde „Devolved Parliament” wechselte für elf Millionen Euro den Besitzer. Nicht alle Kunstwerke des Street-Art Superstars sind für die Ewigkeit gewacht. Viele der Motive entstehen unter einigem logistischem Aufwand über Nacht auf Hauswänden und dergleichen, wo sie weder vor der Witterung noch vor Vandalismus oder Entfernung geschützt sind. Denn nach wie vor ist es illegal, ungefragt ein Graffito an ein Gebäude zu sprühen, auch wenn Banksys Arbeiten einen Sonderstatus genießen.
Man kann also nie genau wissen, wie lange ein Banksy-Graffiti an Ort und Stelle verbleibt. Die Exponate in „The Mystery Of Banksy – A Genius Mind” können sich Besucher hingegen ganz in Ruhe ansehen. Oliver Forster, der die unautorisierte Ausstellung initiiert hat, möchte die Kunst des Briten für alle Interessierten erlebbar machen und legt dabei Wert auf eine entspannte, ungezwungene Atmosphäre. Man braucht nämlich kein Kunstexperte zu sein, um Zugang zu den originalgetreuen Drucken, Graffitis, Fotografien, Skulpturen und Videoinstallationen zu finden. Eine interessante Videodokumentation rundet die Banksy-Ausstellung ab.
„The Mystery Of Banksy – A Genius Mind” macht das Unmögliche möglich: Die besten und bekanntesten Werke des Genies an einem Ort. Prädikat: besonders sehenswert!