Dass ein relativer Newcomer mit einem Sound um die Ecke kommt, den es so vorher noch nicht gab, ist eher selten. Jasiah jedoch gelingt dieses Kunststück. Davon zeugen allein die ersten drei Tracks seines Debütalbums „Jasiah I Am“. Der Opener „Voices“ verwirrt ein wenig mit seinem Operngesang (!) – manch ein Hörer fragt sich da sicher, ob er vielleicht das falsche Album erwischt hat. „Case 19“ (featuring 6ix9ine) stellt jedoch sogleich richtig, dass es sich doch wie erwartet um Rapmusik handelt. Dabei ist auch dieser Track alles andere als Standard-Kost. Der Nachfolger „Shenanigans“ (mit Yung Bans) schlägt erneut eine andere Richtung ein: Gechillt groovende Tunes kontrastiert Jasiah mit aggressivem Geschrei. Klingt seltsam? Funktioniert aber 1A – und ist wirklich mal etwas erfrischend anderes.
Viel ist nicht bekannt über die Person hinter dem Künstlernamen Jasiah. Sein richtiger Name lautet Malchi Pate und er stammt aus Dayton im Bundesstaat Ohio. Fest steht ebenfalls, dass er seine musikalischen Kenntnisse und Fähigkeiten zuerst in der Schule und später am College gelernt und vertieft hat. Bevor er als Jasiah von sich reden macht, veröffentlicht er seine Musik unter anderem als PhreetheRapper und ist überdies als Produzent aktiv. Unter dem neuen Pseudonym erscheint 2019 das Erstlingswerk „Jasiah I Am“. Dessen Stilmix und musikalische Bandbreite heben den Rapper und Songwriter von diversen Kollegen ab. Ohne musikalische Scheuklappen experimentiert er mit Rock, Rap, Trap und anderen Genres. Der Operntrack sticht sicherlich am stärksten heraus. Aber auch die Ballade „Heartbreak“ mit Blink-182-Schlagzeuger Travis Barker ist nicht unbedingt das, was man von einem Rap-Album erwarten würde.
Auf „Jasiah I Am“ folgt „War“
Auf seinem 2021er-Album „War“ setzt Jasiah das Spiel mit verschiedenen Musikstilen fort. Das Ergebnis sind Tracks wie „Break Shit“, „Surf’s Up“ oder „Crisis“. Darüber hinaus gibt es eine Reihe Singles, die exemplarisch für die Vielseitigkeit sind, für die der Name Jasiah steht. Dazu zählen „Right Now“ (ein weiterer Track mit Travis Barker) sowie „Earthquake“ (featuring jxdn). Charakteristisch für Jasiah sind seine Screams, die den meisten Tracks seinen persönlichen Stempel verpassen. Ein weiteres Trademark sind Samples, etwa von SpongeBob und dergleichen. So unterschiedlich und abwechslungsreich seine Tracks auch sind, bei allem, was er macht, ist die unbändige Energie des Nachwuchskünstlers spürbar.
Diese Energie transportiert Jasiah auch live auf der Bühne – sehr zur Freude des Publikums. Wie krass bei seinen Shows die Post abgeht, davon zeugt zum Beispiel der Clip zu „Break Shit“. Am besten aber überzeugt man sich als Fan selbst davon, wenn Jasiah auf Deutschlandtour die Clubs zum Beben bringt.