Von der Frontfrau zur Solokarriere: Unter dem Namen Yaenniver startet Jennifer-Rostock-Sängerin Jennifer Weist im Alleingang durch. Und zwar mit Pauken und Trompeten! Schon mit ihrer ersten veröffentlichten Single „Intro“ macht die frischgebackene Solokünstlerin unmissverständlich klar, dass sie ihr Ding durchzieht und es sie nicht die Bohne interessiert, was andere davon halten. Mit dem offensiven „Ich ficke jeden“ untermauert sie dieses Statement, während sie auf „Halb so ich“ – einer weiteren Singleauskopplung ihres Debütalbums „Nackt“ – tief in ihre Persönlichkeit blicken lässt.
Musikalisch sind die neuen Songs zum Teil höchst unterschiedlich. „Intro“ geht ohne Weiteres als Deutschrap durch; „Halb so ich“ ist ein tanzbarer Popsong mit Elektro-Beats und auf „Ich ficke jeden“ zeigt Yaenniver einmal mehr, dass sie auch Sprechgesang kann, aber diesmal unterlegt von sanften R’n’B-Sounds. So unterschiedlich die Musik, die Message bleibt dieselbe: Yaenniver steht für Selbstbestimmung ohne Kompromisse. Sie will sich für nichts und niemanden verbiegen und ermuntert mit ihren Lyrics auch andere, zu sich selbst und vermeintlichen Fehlern zu stehen.
Yaenniver macht sich „Nackt“
Wer Jennifer Weist schon länger beobachtet, weiß, dass es sich bei ihren Texten keineswegs um reine Imagepflege handelt. Schon während ihrer zehnjährigen Karriere mit Jennifer Rostock, die 2017 eine Pause auf unbestimmte Zeit ankündigten, präsentierte sich die Sängerin als selbstbewusste Powerfrau. Zudem gründete sie das Modelabel WYST und trat als Moderatorin und Jurymitglied, etwa beim Eurovision Song Contest, in Erscheinung. Was Jennifer will, das macht sie – und ist damit ein Vorbild, vor allem für weibliche Fans. Als Yaenniver ermuntert sie ihre Hörer*innen zu tun, worauf sie Lust haben, auch – oder erst recht – wenn es gegen gängige Konventionen verstößt. So ist „Ich ficke jeden“ als Hymne auf die freie Liebe zu verstehen. Das mag den einen oder anderen provozieren, was aber sicher kein Nachteil für Yaenniver ist – ganz im Gegenteil.
Angepasst war Jennifer Weist noch nie. Als Yaenniver erfindet sie sich noch einmal komplett neu – und bleibt sich selbst dabei dennoch uneingeschränkt treu. „Halb so ich“ würde auch einfach nicht zu ihr passen.